Am kommenden Sonntag wird der französische Präsident Nicolas Sarkozy einen Staatsbesuch in Mexiko beginnen. Eine Schlagzeile, die normalerweise keine allzu große Aufregung hervorrufen würde.
Nicht so in diesem Fall.
Florence Marie Cassez Crepin, französische Staatsbürgerin, sitzt seit Dezember 2005 im Gefängnis. Einem mexikanischen Gefängnis (Santa Martha und Tepepan). Beschuldigt und für schuldig befunden der Beteiligung an 3 Entführungen der Bande Los Zodiaco. Ursprünglich wurde Cassez 2008 aufgrund der angeblichen Beteiligung an 4 Entführungen zu 96 Jahren Haft verurteilt, vor kurzem wurde sie von einem dieser Delikte freigesprochen und ihre Strafe auf 60 Jahre reduziert.
Cassez beteuert ihre Unschuld. Ihre Version besteht darin, dass sie seinerzeit nur mit einem der eigentlichen Entführer, Israel Vallarta, "ausging", und die entführten Leute in dessen Haus für Gäste hielt.
Dagegen steht ein in den mexikanischen Medien veröffentlichtes, ergreifendes Dokument eines der Entführungsopfer der Zodiaco (Cristina Ríos Valladares), welches aus Angst vor den nicht überführten Mitgliedern der Bande im Exil leben muss und welches anhand des Wiedererkennens der Stimme keinen Zweifel an der Teilhabe Cassez´ lässt, sofern man ihm Glauben schenkt.
Der mediale Krieg zwischen Frankreich und Mexiko ist wegen dieses Falles bisher nicht ausgebrochen. Aber dank des Internets stellt sich die Auffassung der Bevölkerung beider Länder ziemlich eindeutig dar.
Laut internationalem Recht scheint die Möglichkeit zu bestehen, dass Mexiko Cassez an die Franzosen "ausliefert". Hierauf basierend schickt Frankreichs Wahlpotential seinen Präsidenten unter der Prämisse "Bring sie nach Hause!" nach Mexiko.
Im Gegenzug herrscht in Mexiko die einhellige Meinung gegenüber Präsident Calderón: "Untersteh dich!"
Allerdings hat Calderón bereits die Richtung gewiesen. Unter anderem dadurch, dass er dem (politisch-diplomatischen Regeln folgenden) Wunsch von Sarkozys Ehefrau Carla Bruni, Cassez im Gefängnis zu besuchen, zustimmte und nachkam.
Innenpolitisch betrachtet verlieren beide, wenn das Zusammentreffen (diesen Fall angehend) nicht den Erwartungen ihres jeweiligen Volkes entsprechen.
Auf der einen Seite ist da Mexiko. Ein Land, dessen Bevölkerung - wohl zu Recht - den Das-Ausland-macht-doch-sowieso-mit-uns-was-es-will-Stempel auf der Seele trägt. Ein Land, in dem außerdem aufgrund der gravierenden Situation möglicherweise die vor Kurzem abgeschaffte Todesstrafe hinsichtlich Drogen und Entführungen bald wieder eingeführt wird.
Ein Land, das sich als Dritte-Welt-Land fühlt.
Dem der Besuch des Oberhauptes eines "Erste-Welt-Landes" zuteil wird.
Eines Landes, das möglicherweise zum grossen Teil auch "erst-weltlich" denkt.
Und dementsprechend seine Hollywood-geprägten Ansprüche stellt.
Er ist von Brisanz umgeben, der Besuch des Franzosen.
In wenigen Tagen werden wir die Fakten bezüglich dieses Falles kennen.
Etwas später die Reaktionen auf beiden Seiten des Atlantik.
Und noch etwas später - vielleicht (anscheinend) viel später - die Auswirkungen.
Freitag, 6. März 2009
Florence Cassez - Der Schatten über Nicolas Sarkozys Besuch in Mexiko
Labels: Politik Mexiko
Youtube Videos in hoher Qualität (HD) auf einer Website einbauen (embed) - die unendliche Geschichte
Und schon wieder ist alles anders.
Wir spielen im Moment ein wenig verstecken.
Habe ich in diesem Artikel noch behauptet:
"Wenn es sich um ein eigenes Video handelt, muss ich es natürlich erst einmal in hoher Qualität bei YouTube unterbringen. Die einzige Voraussetzung hierfür ist, dass ich das Video in einer entsprechend hohen Auflösung vorliegen habe, bevor ich es hochlade. Den Rest macht YouTube automatisch. Das heißt nichts anderes als dass YouTube die Option "Video in hoher Qualität zeigen" automatisch anbietet, wenn das hochgeladene Video die notwendigen Qualitätsparameter aufweist.
"
(was seinerzeit auch richtig war), so macht Youtube jetzt nicht mehr alles automatisch.
In der Youtube-Hilfe wird behauptet, Youtube würde nach einigen Tagen automatisch die High Definition - Version des Videos bereitstellen. Das ist - eigene Erfahrung - nur bedingt richtig. Wenn das hochgeladene Video die entsprechenden Voraussetzungen besitzt, dann wird es es zwar tatsächlich auch in hoher Auflösung bereitgestellt, aber wo?
Nehmen wir als Beispiel das Video von Niklas´jüngstem Kung Fu - Examen.
Das Video, so wie ich es hochgeladen habe, findet man unter der URL:
http://www.youtube.com/watch?v=TWQfmI6PZ60
Keine HD, auch keine Möglichkeit mehr, die Wahl zu treffen zwischen "hoher Qualität" und "niedriger Qualität".
Ich habe das Video aber in hoher Qualität hochgeladen, also kann ich ziemlich sicher sein, dass es auch in solcher vorliegt. Die Trickkiste ist jetzt gefragt.
Und aus selbiger ziehe ich wieder einen Code.
Diesmal heisst er
&fmt=18
und ich füge ihn einfach an die Original-URL an.
Was dann folgendermaßen aussieht:
http://www.youtube.com/watch?v=TWQfmI6PZ60&fmt=18
Und siehe da, unter dieser Adresse befindet sich mein Video in hoher Auflösung.
Mehr noch, am unteren Rand des Fensters fast rechts befindet sich ein button, auf dem "HQ" steht, welcher bei Anzeige des Videos in hoher Qualität rot dargestellt wird. Und sollte es Leute geben, die ein Video in minderwertiger Qualität sehen wollen, können sie diesen button anklicken.
Um das Video nun in hoher Auflösung auf meiner Website einzubauen, kopiere ich den embed - Code des HD-Videos und kann jetzt den bereits bekannten Anweisungen folgen.
Labels: Blogger Tipps, Blogs, Cult on You Tube, Google, Technik, Video
Montag, 2. März 2009
Amy hat Down-Syndrom und darf nicht in den Regelkindergarten. Wie finden wir denn das?
Worum es geht, kann jeder selbst lesen.
Kurz zusammengefasst: Der kleinen Amy wird trotz Befürwortung ihres Arztes Christoph Menze ein Platz im Regelkindergarten verwehrt, weil sie Trägerin des Extrachromosoms ist. Verteidiger der Verweigerungshaltung ist der in Querum / Braunschweig zuständige Sozialdezernent Ulrich Markurth.
Was mich etwas stört, ist die Argumentation des Herrn Markurth.
Ich zitiere:
"Wenn man dieses Kind gleichbehandelt, wird man ihm nicht gerecht, weil es andere Startvoraussetzungen hat und daher mehr Fürsorge benötigt. Und man wird auch den anderen Kindern nicht gerecht, weil sie weniger Aufmerksamkeit bekommen."
Potentielle Probleme mit der Aufsichtsbehörde erwähnt er auch noch. Amtsschimmel, ick hör dir wiehern.
"Es gehe nicht um die Frage von Gerechtigkeit und wie man Eltern gerecht werde, sondern um das Kindeswohl, so Markurth."
Unabhängig davon, ob Herr Markurth tatsächlich daran glaubt, was er sagt, oder ob bürokratische Zwänge ihn dazu veranlassen, zu sagen, was er sagt - ich halte diese Auffassung für falsch.
Ich glaube, dass wichtiger als alles andere für ein in seiner Entwicklung etwas hinterherhinkendes Kind (typische Begleiterscheinung des Down-Syndroms) das Zusammensein mit anderen Kindern ist. Mit "Regelkindern". Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass - neben der Ernährungsumstellung, welche für die notwendigen Kraft- und Energiereserven sorgten - nichts wichtiger für den jüngsten Entwicklungsschub Maximilians war als das "Übersiedeln" zu den "normalen" Kindern. Die ausschlaggebende Motivation, voranzukommen! Keine Therapie oder sonstige "mehr Fürsorge aufgrund anderer Startvoraussetzungen" konnte Ähnliches bewirken.
Nebenbei erwähnt, akzeptiert man Maximilian sogar trotz seiner Colostomie (durchtrennter Darm mit zwei künstlichen Ausgängen am Bauch), die eine Menge Extraarbeit bedeutet. Und das in einem Institut (IMSS), in dem sich in Sachen Paragraphenreiterei selbst deutsche Beamte ab und zu noch etwas abgucken können.
Ich wäre also vielleicht etwas vorsichtig, wenn ich in einer solchen Argumentation das Wort "Kindeswohl" in den Mund nähme. Denn das genaue Gegenteil dessen, was Herr Markurth da an Ideen zelebriert, scheint mir der Fall zu sein. Einzig und allein mit Gleichbehandlung (die er offen ablehnt) wäre dem Wohl der kleinen Amy gedient. Und Gleichbehandlung wäre die einzige Art und Weise, um ihr gerecht zu werden.
Und wenn wir es ernst meinen, flüchten wir uns doch bitte nicht mehr in so Haarsträubende Argumente wie jenes, laut dem die anderen Kinder der Gruppe durch Amys Anwesenheit weniger Aufmerksamkeit bekommen würden.
Ohne Frage führen uns diese Fälle unvermeidlich in eine Diskussion über die in langer und mühseliger Arbeit aufgebaute Struktur der modernen "Integration". Ist diese vielleicht der Grund für die starre Haltung so vieler Verantwortlicher? Ist sie vielleicht gar nicht so modern und toll wie viele Leute Leute glauben? Und wenn man erkennt, dass man möglicherweise nicht den besten Weg gegangen ist - ist es so schmerzhaft, die Richtung zu ändern?
"Integration", wie ich dieses Wort mittlerweile hasse. Aber wir wissen, dass wir den Dingen irgendeinen Namen geben müssen.
Die beste und wirkliche "Integration" wäre die, bei der man keinen Namen mehr für sie bräuchte. Lasst Kinder Kinder sein! Trennt sie nicht nach Schwarz und Weiß, trennt sie nicht nach Krank oder Gesund (ansteckende Krankheiten temporär ausgenommen) und trennt sie nicht nach Behindert oder Regel-Durchschnitt-Norm!
Denn genau damit kreiert Ihr die Zweiklassengesellschaft.
Genau damit drückt Ihr ihnen den Stempel "Sonderling" auf.
Genau damit verhindert Ihr eine unglaubliche Bereicherung des Lebens der Regel-Durchschnitts-Norm.
Von Kindesbeinen an.
Liebe Amy, Stephanie und Andreas in Querum!
Ich drücke Euch die Daumen, dass Ihr doch noch zu Eurem Recht kommt.
Nicht, um dem Amtsschimmel die Sporen in die Flanken zu hauen, sondern einzig und allein im Sinne von Amy, ihrer Entwicklung und ihrer Zukunft.
Solidarische Grüße aus Mexiko, denen sich hoffentlich viele Leute anschließen.
Labels: Behinderung, Deutschland, Diskriminierung, Down-Syndrom
Sonntag, 1. März 2009
El Tigre Negro - Der schwarze Tiger, Aguascalientes, México (Foto & Video)
Ihr habt ihn ja noch gar nicht gesehen, so richtig in seiner Uniform, meinen kleinen, großen schwarzen Tiger.
Tigre Negro ist der Name des Kung Fu-Vereins, in dem Niklas seit einiger Zeit aktiv ist. Heute war Examen, für Niklas ging es um die zweite Stufe des weißen Gürtels, den er schon nach wenigen Wochen erworben hatte.
Leider wird bei dieser Erweiterung kein neuer Gürtel überreicht, denn allein diese Zeremonie der Kampfsportler ist ein kleines Video wert (@ Edíth: Hector hat heute schon la cinta roja bekommen!!!).
Wie auch immer, so sieht Niklas aus in seinem "Kampfanzug" (ob er mit dieser Grimasse Bruce Lee zu imitieren versuchte, vermag ich nicht zu sagen):
Photo: Cabronsito
Um Körper Beherrschung und Disziplin geht es in erster Linie beim Kung Fu, gerade bei den Kleinen. Da wird weniger wert auf die "Prügelei" gelegt (siehe auch: Baby Kung Fu), sondern mehr auf die "Formen", die auch zwei unterschiedliche Bestandteile der Prüfung sind.
Die "Formen" werden von der jeweiligen Gruppe gemeinsam durchgeführt, während eine Menge Prüfer die Sache beobachten und beurteilen. Im bewegten Bild mit Fokus auf Niklas sieht das Ganze dann so aus (und wenn ich nebenbei die Kamera auf Maximilian hätte halten können, was aus bestimmten Gründen leider nicht ging, würdet Ihr wissen, dass auch er sehr bald ein Schwarzer Tiger werden will!):




Labels: Aguascalientes, Cult on You Tube, Fotos, Mexiko, Niklas, Sport, Video




