Samstag, 15. Januar 2011

Erfreulich: Kehrtwende in der "D-Frage"

Sport, storytellers, Philosophisches, Maximilian, Mexiko, Down-Syndrom, Diskriminierung, Behinderung, Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bzw. Herr Löw muss(te) die "K-Frage" klären; bei der Borussia aus Dortmund ist selbst nach dem Sieg in Leverkusen und dem heute folgenden Sieg-Vermasselns des Vereins aus der bayrischen Hauptstadt (im Prinzip alle "Fach-Weltler" beziehen sich bei ihrem unvermeidlichen Senf bzgl. des kommenden deutschen Meisters in der ersten Fußball-Bundesliga auf die Punktedifferenz zwischen dem BVB und dem FCB, selbst wenn die beiden nach dem heutigen Spieltag - egal ob Hannover gleich gewinnt oder auch nicht - 4 Tabellenplätze trennen) das "M-Wort" tabu.

Meine ganz eigenen Probleme sind bekanntermaßen bescheidenerer Natur und meine ganz persönliche "K-Frage" ist ohne Frage die Frage nach einem Kindergarten, der mich akzeptiert. In diesem Zusammenhang war schnell das "D-Wort" zur Stelle. Ob berechtigt oder nicht, ist schwierig zu entscheiden, denn da kommt es auf die Sichtweise jedes Einzelnen an. Und man muss außerdem den Weg über die Definition und das Verständnis des Wortes "Diskriminierung" in der jeweiligen Sprache gehen, um urteilen zu können.

So einfach ist das nämlich gar nicht mit dieser viel zitierten Gleichbehandlung, auf die ich angeblich ein Recht habe. Denn Gesetze machen manchmal eine ziemlich komplizierte Angelegenheit daraus. Wohl der Regierung, die in dieser Hinsicht einen Weg findet, mit dem alle Beteiligten zufrieden sind.
Vielleicht muss ich hier einmal klarstellen, dass ich aus logischen Gründen gar nicht auf eine gesetzestreue "Gleichbehandlung" aus bin. Sondern viel eher auf eine "Gleichbehandlung" auf Basis des gesunden Menschenverstandes.

Ich versuche mal, es zusammenzufassen: Ich wünsche mir die Chance, mich unter meinen gegebenen Voraussetzungen so gut wie möglich entwickeln zu können, ohne Andere in ihrer Entwicklung zu behindern. Nicht mehr, nicht weniger.

Was aber - bevor wir uns der Philosophie noch mehr hingeben - ist da nun eigentlich mit diesem Rausschmiss gewesen?
Die kurze Antwort lautet: Er wurde nie wirklich vollzogen.
Denn an dem Abend und in der Nacht, nachdem ich den Beitrag geschrieben hatte, wurden noch zahlreiche Telefongespräche geführt. Deren erstes Resultat war, dass ich noch mindestens bis zum Wochenende bleiben konnte, damit Mami und Papi überhaupt die Möglichkeit bekämen, etwas anderes zu finden. Deren zweite Konsequenz war, dass sofort am nächsten Tag eine "Ssjuprweisr" ihren kompletten Arbeitstag mit mir verbrachte. Begleiterscheinend reichten Mami und Papi noch ein paar Kopien von Untersuchungsergebnissen und Ähnlichem ein - und die Sache war geritzt.

Gabriela hat recht behalten: "Bis dahin hätte er bestimmt alle um den Finger gewickelt" (siehe Kommentar hier - nur, dass es viel schneller ging)

Es war Angst.
So gut wie sicher.
Angst vor etwas, das mir hätte passieren können.
Angst aufgrund fehlender Erfahrung und fehlenden Wissens.

Ihr solltet mal sehen, wie ich heute (nach nur einer Woche) willkommen geheißen und verabschiedet werde in diesem meinem neuen Paradies!

Ob Ruud "Van the Man" Nistelrooy in die spanische Hauptstadt zurückkehrt?

Montag, 10. Januar 2011

Rausschmiss nach 3 Tagen - Diskriminierung kann schmerzhaft sein



Herzlich willkommen im Jahr 2011!
Ich wünsche Euch von ganzem (und repariertem) Herzen, dass es ein unter möglichst vielen Aspekten erfolgreiches und vor allem mit prächtiger Gesundheit einhergehendes Jahr sein mag.

Obwohl der Titel dieses Beitrags nicht viel Gutes erwarten lässt, möchte ich Euch doch nicht vorenthalten, dass ich ein paar herrliche Wochen erleben durfte. Besonders aufregend wurde es fraglos ab dem Datum, welches ich Euch als "V I E R" vorstellte.

Ins Detail will ich hier aber gar nicht (mehr) gehen, sondern eher Anschluss an die "Last Days in Paradise" suchen. Denn plötzlich haben wir ein Problem. Ein Problem, das dadurch erzeugt wurde, dass ich als behindert gelte. Ich habe nicht vor, hier aus Begriffsdefinitionen Pferde zu machen und selbige zu besteigen. Aber erzählen will ich Euch von dem Problem:

Alles begann ziemlich viel versprechend.
Während der Weihnachtsferien gelang es Mami und Papi getreu (nicht nur Klischee-)mexikanischer zeitlich betrachteter Bedürfnis-Aktion-Handhabe, ein potentiell neues Paradies für mich aufzutun. Für die kommenden etwa 7 Monate, bevor es mich eigentlich in den "Kinder" a.k.a. "Preescolar" verschlagen soll.
Wie es aber manchmal mit Last-Minute-Entscheidungen so ist, konnte es besser kaum kommen. Mami und Papi hatten schon vor geraumer Zeit eine Art Prioritätenliste erstellt, die es im Nachhinein relativ einfach machte, die für uns alle vorteilhafteste KiTa für mich auszuwählen. Ganz oben in dieser Liste stehen nicht etwa Punkte wie "behindertengerecht" oder ähnliche, mit meinem Extrachromosom im Zusammenhang stehende Punkte. Dort stehen Begriffe, die nicht als Pro oder Kontra, sondern als schlichte Bedingungen verstanden werden müssen. Im Sinne des Wortes: Voraussetzungen, deren Nicht-Erfüllung meinen Besuch der Institution nahezu unmöglich machen würde.

Es geht da um Dinge wie "Ab wieviel Uhr werden die Kleinen empfangen?" (aufgrund unserer familiären Situation ist bei diesem Punkt "7 Uhr" als Antwort notwendig - gar nicht so einfach zu finden in Aguascalientes) oder die Kosten (da gibt es ein eindeutiges Limit).

Von den ersten 10 Punkten dieser Prioritätenliste erfüllte das vermeintliche neue Paradies 8. Eine tolle und unerwartete Punktzahl. Die erwähnten "Bedingungen" erfüllte sie komplett. Um nur 2 der "fetten" Vorteile zu nennen:
- Im Auto brauchen wir von der Höhle aus etwa 28,3 Sekunden (Ich laufe zwar jeden Tag besser, aber längere Strecken wie vielleicht 250 Meter sind morgens um 7 Uhr und mit Zeitdruck noch nicht unbedingt empfehlenswert).
- Mathematik: 2 Erzieherinnen kommen auf 8 Kinder. Wieviele Kinder kommen auf eine Erzieherin? Wieviele Erzieherinnen bekomme ich ab?

Kurz und gut: Das war eine feine Sache.

Ich habe keine Ahnung, wie Mami so direkt reagiert hätte. Aber Mami hat heute nicht gearbeitet (um an einer Elternversammlung in Niklas´ Schule teilzunehmen [mit 9,8 wurden seine jetzt schon viel ernsthafter bewerteten schulischen Leistungen des letzten bimestres 2010 benotet] und mehrere Einrichtungen auf der Suche nach einer neuen Sprachtherapie für mich aufzusuchen - nachdem ich altersbedingt keinen Platz mehr im Teletón habe) und so ergab es sich sich, dass Papi mich aus dem vermeintlichen neuen Paradies abholte. Ich schlief gerade, wie ich das Mittags gern tue, und Papi meint, dass er sich den literarisch so häufig zitierten Eiszapfen, zu dem sein Herz in jenem Moment wurde, nicht anmerken ließ.

Papi war es nämlich, der sich - um endlich Sinn und Verstand in den vorhergehenden Absatz zu bringen - die Worte der sichtlich verlegenen Chefin der KiTa anhören musste, laut denen ich dort plötzlich dank Anweisung von höheren Positionen aus nicht mehr sein dürfte. Dies trotz aller vorhergehender Versicherungen, dass ein Kind mit Down-Syndrom doch keinerlei Problem wäre.

In beziehungsweise ab diesem Moment kann ich nun viele Dinge in die Waagschale werfen. Was besagt das Gesetz? Bin ich eine Gefahr für Andere? Bremse ich die Anderen in ihrer Entwicklung? Hat man Angst vor mir? Wer? Warum? .....

Was am Ende übrig blieb, war ein einfacher und schlimmer Gedanke: "Ich gehöre nicht zu ihnen."
Was kann es Schlimmeres geben?

Schuldig bin ich Euch aber noch die wahrhaftig angebrachte Begründung (der Oberen):
"Mögliche Konvulsionen" (Krämpfe, Zuckungen)
Etwas, das mir noch nie passiert ist und wahrscheinlich auch nie passieren wird.
Etwas, das nicht in Einklang zu bringen ist mit meinem Mosaik-Down-Syndrom.
Aus welchem Finger hat man sich dieses fadenscheinige Argument gesogen?

Ich könnte verstehen, dass man mich loswerden wollte, wenn ich die anderen Kinder bedrohen, beissen, kratzen, verletzen, schlagen, in ihrem Lernprozess aufhalten ... oder sonst etwas würde. Ich könnte verstehen, dass die Erzieherinnen sich mit mir unwohl fühlen wuerden, wenn die Gefahr bestünde, dass ich plötzlich einen Herzanfall bekäme, epileptische Anfälle hätte, an meinem eigenen Erbrochenen ersticken könnte.

Nun ist aber - zumindest bisher - nichts von dem Genannten der Fall.
Ich beisse, kratze und haue schonmal, aber kaum mehr als andere Kinder.

Ich kann mich allerdings Siebentausend mal nach Gründen fragen.
Und das bringt mich keinen Schritt weiter.
Weiter bringt mich die Beantwortung der Frage: "Was nun?"
Sollen Mami und Papi auf die Barrikaden gehen?
Oder vielleicht doch besser der Devise folgen: "Wo man mich nicht haben will, da will ich auch nicht hin!"?

Ein Problem hierbei ist das Fehlen von Alternativen.
Wenn wir - die "Bedingungen" vorausgesetzt - einen Laden finden würden, der 5/10 (Prioritätenliste) erreicht, könnten wir uns glücklich schätzen. Aber vielleicht haben wir "glücklich" aufgebraucht. Denn seit meiner erfolgreichen Herz-OP hatten wir - den Umständen entsprechend - ziemlich viel davon.

Festzuhalten bleibt, dass ich nun endlich gemerkt habe, dass ich anders bin.
Die Gesellschaft und ihre Gesetzgeber tun so, als wollten sie alles dafür tun, damit einem Kind (oder auch nicht Kind) eine solche Erfahrung erspart bleibt. Gelungen ist dies der Gesellschaft und ihren Gesetzgebern nicht. Ich kann nicht penetrant-ignorant behaupten, dass ich doch dazu gehöre, solange man mir auf die beschriebene Weise das Gegenteil beweist. Ich muss allerdings ganz-sehr-doll auch sagen, dass es der Gesellschaft (inklusive ihrer Gesetzgeber) zumindest zum Teil doch gelingt. Denn die Begleitumstände der ersten 4 Jahre meines Lebens sprechen ihre eigene Sprache.

Samstag, 27. Februar 2010

Claro: Nivea beendet Diskriminierung (wegen Hautfarbe) in Mexiko


Foto: nivea.com.mx

Viele Leute wissen nicht, dass in Mexiko helle Haut (und helle Augen) ein physisch/optisches Körper-Merkmal ist, um auf der so genannten sozialen Leiter ein paar Stufen zu überspringen. Von unten nach oben gesehen.
Der Körperpflegemittelhersteller (was für herrliche Wörter die deutsche Sprache doch bietet!) NIVEA hat jetzt die alkoholfreie Lösung parat, um selbst dem schwärzesten Mexikaner dieses Leiterhüpfen zu ermöglichen. Eigentlich müsste es heißen: MexikaneRIN, denn der "Nivea Aclarado Natural Roll On" ist im Sinne des Erfinders (oder der Nase) für Damen gedacht.

Das spanische Wort "claro" bedeutet neben anderen Dingen auch "hell".
Hell als Gegenteil von dunkel, nicht als angelsächsische Hölle.
Was dem Namen Clara aber nicht unbedingt die Bedeutung von "Die Hell(häutig)e" verleiht, sondern durchaus als "Die Hell(im Kopf)e" verstanden werden kann. Warum gibt es eigentlich keine maskuline Variante von "Clara"? Feminist(inn)en werden es wissen.

Klar scheint jedenfalls, dass der besagte NIVEA-Roller meine Haut weiß macht. Denn was für die Haut an (oder sollte man besser sagen "in"?) den Achseln gilt, sollte doch auch für den restlichen Körper funktionieren, oder?

Meine Damen: Haben Sie sich jemals Gedanken über die Farbe der Haut in Ihren Achseln gemacht? Rasur hin oder her.

Wie auch immer.
Wenn das Produkt hält, was der Hersteller verspricht, muss ich also nur den Dingens über meinen ganzen Körper rollen und schon werde ich Weißglut-weiß, richtig?

Klasse Erfindung, NIVEA!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Hier spricht Max: Aabphh hat mich krank gemacht

"Aabphh" ist irgendwie mein erstes Wort (ausser Mamamamama) und Ihr kennt seine Bedeutung, oder? Ich mache das ganz herrlich, sagt Papi. Ich strecke den linken Arm aus ... und sage es.

Mami kennt die Bedeutung.
Papi auch.
Niklas sowieso.

Organisationstalent Papi.
Der hat es echt hinbekommen, dass meine sexy Erzieherinnen in der KiTa mich an meinen Schwimmtagen fix und fertig für den Fischunterricht vorbereiten, wenn Papi mich abholt. Der muss da rein mit mir, in die Fischwelt. Was glaubt Ihr, wie albern der aussieht mit seiner Badekappe!

Und er hat gesagt, ich würde abdrehen, wenn Fischwelt angesagt ist. Das stimmt wohl. Ich mag eben warmes Wasser. Nur habe ich wohl zu viel davon getrunken beim letzten Mal. Ich liege im Bett, mit Durchfall und Erbrechen. Das wenige, was ich an Bauch hatte, ist logischerweise sofort zum negativen Schattenkoeffizienten geworden. Mit 2 Riesennarben drauf.

Behinderung, Diskriminierung, Down-Syndrom, Fotos, Maximilian, krank,Hier spricht Max Aabphh hat mich krank gemacht
Mangel an aktuellen Fotos wegen der kaputten Kamera .... also ein Foto ohne jede Narbe am Bauch!

Aber ICH BIN MIT PAPI zu Hause! Ist das nicht Klasse?!
So sehr zu Hause, dass er mich mal wieder schreiben lässt.
Denn so schlecht geht es mir gar nicht.
Ich mag nur nichts essen. Sollte ich vielleicht doch?

Da ich ihn nicht arbeiten lasse, hat Papi mich gebeten, Euch zu bitten ... was´n das für ein Kuddelmuddel? .... naja, egal ... er hat mich jedenfalls gebeten, Euch zu sagen, dass ihr Euch das hier noch einmal anhören sollt. Und noch einmal.

Und dass Ihr Euch durchaus trauen sollt, dieses Video zu verbreiten. Es ist bisher nur eine DEMO-Version, sagt Papi. Trotzdem ... Voten, Posten, Kommentieren ... jetzt halt mal die Klappe, Papi! Ich schreib hier gerade!

Ich sehe schon, das wird wieder nix großartiges.
Aber immerhin.
Für Zweifler: Aabphh = Agua = Wasser!


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Mittwoch, 28. Oktober 2009

Barack Obama unterschreibt "Matthew Shepard Hate Crimes Prevention Act"! und setzt damit ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung

Barack Obama unterschreibt Matthew Shepard Hate Crimes Prevention Act und setzt damit ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung

Vorab: Mit der Namensgebung wird Matthew Shepard gedacht und geehrt, ein homosexueller Student, der 1998 zu Tode geprügelt wurde.

Chloe Axelson schreibt auf barackobama.com:

By Cloe Axelson - Oct 28th, 2009 at 3:45 pm EDT
(Fett Gedrucktes hervorgehoben durch cabronsito)

Today President Obama signed into law the Matthew Shepard and James Byrd, Jr. Hate Crimes Prevention Act, legislation that will extend new federal protections to people who are victims of violent crime because of their sex or sexual orientation. It is an update to the federal hate crimes statute that Congress first passed in 1968. For the first time, the law that previously protected people from attacks motivated by race, religion or ethnicity will also protect gay, lesbian, transgender and disabled people.

The President will host a reception commemorating the enactment of the Hate Crimes Prevention Act in the East Room of the White House this evening. This afternoon, before signing the bill, he said:

"...After more than a decade of opposition and delay, we've passed inclusive hate crimes legislation to help protect our citizens from violence based on what they look like, who they love, how they pray, or who they are.

"I promised Judy Shepard, when she saw me in the Oval Office, that this day would come, and I'm glad that she and her husband Dennis could join us for this event. I'm also honored to have the family of the late Senator Ted Kennedy, who fought so hard for this legislation. And Vicki and Patrick, Kara, everybody who's here, I just want you all to know how proud we are of the work that Ted did to help this day -- make this day possible..."
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Dienstag, 20. Oktober 2009

Woher Schönheit kommt (Dove Evolution Youtube Video)

Das Video, das nicht nur jede Frau kennen sollte.
Auch wenn es schon 3 Jahre alt ist:



Background Dove Evolution:

Director Tim Piper Ogilvy, Yael Staav (soft citizen).
Soho - post production, Rogue - editing, Vapor music - sound and mixing, Gabor Jurina - photography, Make-up - Diana Carreiro, music - Flashbulb and Vapor.
Ogilvy creative team: T Piper & M Kirkland.
Thanks Dennis Lewis and Malcolm Poynton for starting it and Ogilvy Toronto and New York for expanding it. Go Dove. Great brand. Great people.

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Montag, 12. Oktober 2009

Warum Männer Frauen keine Blumen mehr schenken? - Es muss wohl ein Kindheitstrauma sein.

Wenn alle Männer in so zartem Alter schon so hart vom weiblichen Geschlecht ignoriert worden wären ...



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Samstag, 10. Oktober 2009

Down Syndrom: Quincy Jones Exceptional Advocacy Award

Heute findet in Denver die "BE BEAUTIFUL, BE YOURSELF" jet set fashion show statt.
Was nach einem puren Schickeria-Event klingt, hat einen ganz besonderen Hintergrund.



Ich zitiere ein wenig von der Website zum Event, wo Ihr alles weitere selbst nachlesen könnt:

SPECIAL GUEST AND HONOREE - MUSIC ICON QUINCY JONES
Named by Time Magazine as one of the most influential jazz musicians of the 20th century, Quincy Jones has recieved 27 Grammy Awards and 79 Nominations.

Quincy's legendary partnership with Frank Sinatra produced the arrangement Fly Me To The Moon. He Produced Michael Jackson's multi-platinum albums Off the Wall, Bad, and Thriller. He won an Emmy Award for the musical score in Roots, wrote 33 major motion picture scores, and garnered 7 Oscar Nominations. He co-produced Alice Walker's The Color Purple that received 11 Oscar Nominations. Most recently, Quincy released the coffee-table book "The Complete Quincy Jones: My Journey and Passions," which hit the best seller list of The New York Times.

All the while Quincy has been giving back. He pioneered the model of using celebrity to raise money and awareness with the historic We Are The World that he produced and conducted. He worked tirelessly with Bono to raise billions to end third world debt. Quincy has a deep compassion for those less fortunate. In 2007 he wrote the award winning score for the closing ceremony of the World Special Olympics in Shanghai. In 2008 Quincy became the international spokesperson for the Linda Crnic Institute for Down Syndrome.

The Global Down Syndrome Foundation is proud to establish the Quincy Jones Exceptional Advocacy Award. We are humbled and thrilled that Quincy will be in Denver to receive the inaugural Quincy Jones Exceptional Advocacy Award.

Down Syndrom: Quincy Jones Exceptional Advocacy Award, Behinderung, Diskriminierung, Down-Syndrom, Hilfsprojekte, Video,

Quincy Jones' remarks at the announcement of the Linda Crnic Institute for Down Syndrome
September 22, 2008
" I believe from the bottom of my heart that every child on this planet has something to offer mankind and they can soar to the highest mountain tops if they are given the opportunity to do so. As the first national institute that will comprehensively address the basic clinical research and care for people with Down syndrome, I have no doubt that the Linda Crnic Institute will be the worlds' leading care center for those impacted by this affliction. It will also provide an avenue for obtaining undeniable and fundamental civil rights for these beautiful children, so that they can achieve everything they can imagine. I am enthusiastically looking forward to working with the patrons of this institution to bring those goals to fruition in any way I can."

vía Celebrities on Twitter

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Donnerstag, 8. Oktober 2009

Petition an den britischen Premierminister Gordon Brown

Bist Du ein oder kennst Du einen britischen Staatsbürger, dem die Rechte älterer und/oder behinderter Menschen im Vereinten Königreich am Herzen liegen?
Dann könnte folgendes interessant für Dich oder zur Weiterverbreitung geeignet sein.

Die nachfolgend aufgeführte Petition wird von prominenten Leuten wie zum Bsp. Stephen Fry unterstützt. Ich veröffentliche hier den originalen Text der Petition, die Links baue ich nachträglich ein:

"We the undersigned petition the Prime Minister to recognise the vital support that Attendance Allowance (AA) and Disability Living Allowance (DLA) provide to disabled people, and to ensure that these benefits are secured and are not removed as part of any future reform of the social care system in England.

Submitted by Peter Hand of Mencap – Deadline to sign up by: 07 December 2009 – Signatures: 13,260"


Diese Petition befindet sich - und dort kann man auch virtual unterschreiben - auf der:

Number10.gov.uk - The official site of the Prime Minister’s Office

(vía Celebrities on Twitter)

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Montag, 5. Oktober 2009

Teletón México 2009 - "No hay Imposibles" - Die Videos

Teletón México 2009 - No hay Imposibles - Die Videos, Werbung, Video, Musik, Mexiko, Behinderung, Diskriminierung, Down-Syndrom, Cult on You Tube,

Der Teletón México 2009 ist gestartet und die Videos dürfen hier natürlich nicht fehlen. An die Hymne komme ich bis jetzt nicht so recht heran, werde aber fleißig für meinen fehlenden Sinn für gute Musik heftigst attackiert. ;-)
Also höre ich mich die Sache jetzt an, während ich die Videos einbaue. Vielleicht zündet es ja in dieser Zeit.
Den frischen Wind, den die in den letzten Jahren schrittweise veränderte Dramaturgie der Videos mit sich bringt, halte ich übrigens für einen guten Weg. War früher das Motto eher: "Schaut mal, wir schlimm es uns geht und wie wir leiden!" klingt jetzt alles eher nach: "Schaut mal, was wir alles können! (Dank dem Teletón)"

Estadio Azteca - Aztekenstadion




Palenque




Calle - Straße




Medios - Medien




Hímno - Hymne




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Sonntag, 27. September 2009

Pablo Pineda - Schauspieler mit Down-Syndrom - gewinnt die Silberne Muschel beim Filmfestival in San Sebastian ("Yo, también")

Dank an Gema

Aus erster Hand:
DONOSTIA ZINEMALDIA FESTIVAL DE SAN SEBASTIAN

Der Kurier schreibt:

Für seine außergewöhnlich gute schauspielerische Leistung in "Yo, también" (Ich, auch) wurde der Spanier Pablo Pineda als "bester Darsteller" mit der "Silbernen Muschel" ausgezeichnet. Außergewöhnlich ist seine Darstellung vor allem auch deswegen, weil er unter dem Down Syndrom leidet. In dem Streifen der Regisseure Alvaro Pastor und Antonio Naharro spielt er Daniel, einen 34-jährigen Sevillaner, der trotz seines Down Syndroms einen Universitätsabschluss macht und von seinen Mitmenschen nicht als "anders", sondern als "speziell" wahrgenommen werden möchte. Sein Kampf um eine "normale" Freundin und einen "normalen" Job ist allerdings nicht einfach. Der Preis als "beste Darstellerin" ging an Pinedas Filmpartnerin Lola Duenas.

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Pablo Pineda Silberne Muschel Filmfestival San Sebastian 2009

El Mundo schreibt:

En 1999, Pablo Pineda se convirtió en el primer europeo con síndrome de Down que conseguía un título universitario. EL sábado logró un nuevo hito en la historia de las personas con discapacidad al ganar la Concha de Plata al mejor actor del Festival de Cine de San Sebastián por su interpretación en la película 'Yo, también'. Por primera vez, una persona con trisomía del cromosoma 21 alcanza el galardón en el certamen donostiarra, un premio que se ha visto ratificado con la Concha de Plata a la mejor actriz para su compañera de reparto, Lola Dueñas.
>> weiterlesen

Video Trailer "Yo, también"


Variety schreibt zum Film:

An absorbing and at times moving look at life for someone with Down syndrome, "Me, Too" focuses on a man who has DS and seeks the love of a woman who doesn't. The two fine central perfs hold interest throughout, keeping at bay side issues that continually threaten to swamp the drama. The helmers avoid turning the pic into a feel-good schmaltzfest, shrewdly keeping things real in a sensitive crowdpleaser of impeccable intentions. Pic can expect good buzz and B.O. at home, with offshore interest likely to follow.
>> weiterlesen

Der internationale Kinostart des Films "Yo, también" (deutscher und englischer Titel wahrscheinlich: "Ich auch" [alternativ: "Ich ebenfalls"], "Me, too") ist bisher nicht bekannt. In Spanien kommt des Werk am 16. Oktober 2009 in die Kinos.


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Samstag, 26. September 2009

Taschentuch in der Nähe? - Außergewöhnlicher Pantene-Werbespot

Manchmal ist Werbung einfach nur das Tollste, was es gibt auf der Welt.
Ich erinnere hier an die Liebesgeste.
Dank an Alyssa Milano fürs Finden und Weitersagen.



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Montag, 21. September 2009

Autistischer Scott James singt bei X-Factor 2009 - MUST SEE!

Einbetten leider deaktiviert, also ein Klick weiter:

>>> Zum Video <<<

Freitag, 18. September 2009

Nachtrag zu Arnold Schwarzenegger und den Regency Court Apartments

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat sich die Situation in den Regency Court Apartmens heute vormittag persönlich angesehen und bestätigt, dass die behinderten Bewohner bleiben können:

Nachtrag zu Arnold Schwarzenegger und den Regency Court Apartments

Zumindest für Lily Hixon (Down-Syndrom) und ihre behinderten Mitbewohner IST Arnold Schwarzenegger ein Held

Die Story beginnt mit einem Artikel in der Los Angeles Times von heute, 17. September 2009, verfasst von Corina Knoll:

Monrovia complex tells disabled tenants to leave Apartments where many physically and developmentally disabled have lived for years were intended to be seniors-only, new management says. Those being told to go fear loss of precious independence.


Foto: Matt Fosbury and his wife, Laura, both developmentally disabled, have received a lease termination notice from Regency Court apartments in Monrovia. (Genaro Molina / Los Angeles Times / August 24, 2009)


Lily Hixon flung open her kitchen cupboards with pride. "Look," she said, doing a Vanna White impression as she gestured to boxes of cereal and crackers. "I like everything organized."

The one-bedroom Monrovia apartment decked out in Ikea has been Hixon's introduction to independent living, a privilege the 25-year-old born with Down syndrome still can't believe is hers. Built on an old rail yard, Regency Court Apartments is a quiet, mini-neighborhood of sage-green apartments and bungalows where Hixon greets neighbors with a wave.

But last month, she and about 20 other physically or developmentally disabled tenants, some of whom have lived in the affordable housing complex for more than a decade, were notified that their leases were being terminated.

The management firm that took over the facility two years ago told the tenants there had been a mistake and they never should have been allowed to move in. Regency Court, the letter said, was always meant to be a senior apartment community, and those under age 62 would have to leave. It offered a brief apology.

Located among a row of houses in a quiet neighborhood, Regency Court is close to bus lines, within walking distance of jobs that people with disabilities might land and accepts Section 8 housing vouchers. It seemed a perfect fit for people who want to live on their own but are susceptible to predators.

Parents of the disabled say part of the complex's allure is the symbiotic relationship between the senior and disabled communities where both move a little slower than the outside world and neither presents a threat.

"If we'd sat down years ago and tried to dream up this package, we wouldn't have gotten it half as good as this," said Hixon's father, Ken. "That's part of the parents' anguish right now -- that now we're back to zero. How do we replicate this?"

Upset and unsure of what to do, residents and family members contacted the Housing Rights Center, which has filed a complaint with the California Department of Fair Employment and Housing alleging discrimination based on age and disability.

Regency Court has failed to provide proof that its funding restricts the complex to seniors, said Michelle Uzeta of the Housing Rights Center.

"This is a complex that since it opened in 1995 has advertised to and served a disabled and senior client base," Uzeta said. "Even if they are supposed to be senior housing and have been acting inappropriately for the last 15 years, the answer would not be terminating everybody's residency."

Craig Diamond, an attorney who represents the owner and the management firm, said Regency Court is clearly defined as senior apartment housing, and a resolution in the matter will be determined by the state and county agencies that help fund the property. He declined to identify the agencies.

"Until I heard from the lawyer for the tenants, I had no clue as to the special circumstances surrounding these individuals," said Diamond, who wrote the lease termination letters. "It should also be said that the regulators, management and owners are working really hard to try to get this matter resolved."

Regency Court is owned by Star-Holdings of Illinois and managed by Professional Property Management, both of which are headquartered in Rockford, Ill.

Many of the residents at risk of being forced out are graduates of Taft College near Bakersfield, which has placed developmentally disabled graduates of its adult life skills program at Regency for 10 years.

"What's interesting is we talk about what gets you evicted in one of our class components," said Jeff Ross, director of student support services at Taft. "But these guys didn't trash their apartments. They paid their rent on time. They have done everything right. They graduated from high school, went to college to learn how to live independently, got a job. Then the rug started to be pulled out from underneath them."

Ross said that before the school's first students were placed at Regency Court, staff members verified that the complex accepted both senior citizens and disabled residents.

For Taft graduates Matt and Laura Fosbury, both 29, the upstairs apartment they share has been a newlywed nest. Framed photos of the two kissing and laughing cover the walls, and cards congratulating them on their recent one-year anniversary sit on the counter.

During the day, Matt works as a cart collector at Target and Laura clears tables at a hospital cafeteria. They take pleasure in simple things like making a dinner of enchiladas, balancing the family finances or going out for an ice cream shake. If the couple can't live at Regency Court, they worry they'll be forced to return to their families' homes and lose their independence.

"My dream was to have my own apartment, and that dream came true," Laura said. "I do not want to go back to living with my parents."

Some, like Frankie Mae Platt, don't even have that option. Platt won't turn 62 until next year and has been asked to leave.

Suffering from lupus and rheumatoid arthritis when she signed the lease 14 years ago, Platt is unable to work and worries that she won't be able to find safe, low-income housing in the area.

For the time being, Uzeta said Regency Court had verbally agreed to hold off on revoking the leases but offered nothing in writing. Until a decision is made, tenants worry about losing the home life they've created.

Hixon said an eviction would force her to leave the neighborhood and her job bagging groceries at a nearby market. But she said she's more concerned about losing neighbors who take time to understand a young woman whose facial expressions say what her sometimes garbled speech does not.

"Here I can go slow with words and take my time, and people around me understand," she said. "They're like my family."

corina.knoll@latimes.com
Copyright © 2009, The Los Angeles Times


So weit, so schlimm.
Gestoßen bin ich auf diesen Artikel überhaupt erst, weil ich Herrn Schwarzenegger bei Twitter verfolge.
Und dort kam eine schnelle Reaktion, immerhin die einzige heute - was belegt, wie wichtig ihm das Thema ist, die wahren Gründe einmal nicht hinterfragt.
Herrn Schwarzeneggers Twitter-Post Nr. 1 am heutigen Tag war folgender:

"Read this absurd story in LATimes: (Der oben kopierte Artikel). My mother-in-law fought so that people like Lily Hixon could live independently."

Und dann kam Artikel Nr. 2, etwa eine Stunde später:

"Thanks for your concern abt my last tweet. Just spoke to Star Holdings property mgmt and they will be letting the disabled residents stay."

Es geht so einfach, wenn die man die richtige Persönlichkeit als Fürsprecher hat.
Trotzdem muss eine solche erst einmal fürsprechen.
Von daher finde ich - trotz allem, was man Herrn Schwarzenegger an politischen Haltungen und Einstellungen vorwerfen mag: BRAVO für diese Einmischung!!!!!!

Montag, 20. Juli 2009

Mexiko: Science-Fiction-Drama Die Stadt der Blinden (Blindness) wird Realität

Zunächst einmal eine Entschuldigung, sollte dieser Titel wie einem drittklassigen Boulevardblatt entnommen klingen.
Was aber nichts an den Tatsachen ändert, die die mexikanische Tageszeitung El Universal heute in ihrer Onlineausgabe berichtet.

Im Dorf San Esteban in Huehuetla, Bundesstaat Hidalgo, werden die Bewohner seit etwa einem Monat von "einer seltsamen Krankheit" befallen, die Blindheit zur Folge hat. Die Leute würden zuerst auf einem Auge "neblig" sehen - dann würde dies auf das andere Auge übergreifen und nach einer Woche wären die Betroffenen komplett blind, heißt es.
8 Personen sein bereits vollständig erblindet, während bei 20 weiteren die Symptome begonnen haben.

Dies erinnert stark und erschreckend an den Film Die Stadt der Blinden, findet Ihr nicht?

San Esteban ist eine Indígena-Gemeinde, die zu den ärmsten Orten des Bundesstaates zählt. Einkunftsquellen sind nicht existent, das Durchschnittseinkommen wird mit 20 Peso (etwa 1 Euro) pro Familie und Tag angegeben. Einen Arzt gibt es nicht vor Ort.

Jetzt haben die Bewohner San Estebans darum gebeten, dass sich die Gesundheitsbehörden Hidalgos der Sache annehmen.
Was kommt da jetzt auf Mexiko zu?
Erinnert Ihr Euch, wie lange es gedauert hat, bis man die so genannte Schweinegrippe (Influenza A H1N1 2009) Ernst genommen hat?

Donnerstag, 11. Juni 2009

Pablo Pineda - (fast) Europas erster Lehrer mit Down-Syndrom

Der 34-jährige Spanier Pablo Pineda ist Europas erster Akademiker mit Downsyndrom. Sein Traumberuf Lehrer ist nur noch vier Prüfungen entfernt. So ungewöhnlich ist das nicht: In Spanien gehen 85 Prozent der Kinder mit Downsyndrom in eine reguläre Schule. WELT ONLINE sprach mit Pineda über Lernen, Behinderung und überbehütete Kinder.


Pablo Pineda schloss sein Lehramtsstudium ab und machte in diesem März sein Lehrpraktikum in Córdoba. Pineda bereitet sich zur Zeit auf die Prüfung zur Zulassung in den öffentlichen Dienst vor, zum Abschluss des Psychopädagogik-Studiums fehlen ihm nur noch vier Prüfungen. Beim Filmfestival von Málaga Ende April wurde der vom Leben Pinedas inspirierte Spielfilm „Yo también“ („Ich auch“) mit ihm selbst in der Hauptrolle präsentiert: Leben, Lieben, Leid und Freude während der Studienzeit. Mit Pineda sprach Jan Marot.

WELT ONLINE: Wie haben Sie selbst vom Downsyndrom erfahren?

Pablo Pineda: Es waren nicht meine Eltern, die es mir sagten. Es war mein Lehrer. Ich war etwa sieben Jahre alt, als er mich fragte, ob ich wüsste, was das Downsyndrom sei. Natürlich sagte ich ja. Er durchschaute mich aber, und erklärte mir die Genetik des Downsyndroms. In dem Alter war das eine echt harte Nuss. Für mich klang das wie Aramäisch. Das war schon heavy. Ich hatte nur zwei Fragen: „Bin ich dumm?“ Er antwortete: „Nein.“ „Kann ich weiter in die Schule gehen mit meinen Freunden?“ Er sagte: „Kein Problem.“ Der Rest, der war mir egal.

WELT ONLINE: Wie die Mehrzahl der spanischen Kinder mit Downsyndrom. 85 Prozent gehen mittlerweile in eine reguläre Schule ?

Pineda: Ja, jetzt. Aber früher existierte die Integration nicht. Das ist der aktuelle Höhepunkt einer Entwicklung. Ich war der erste Schüler, der mit Downsyndrom an eine öffentliche Schule ging.

WELT ONLINE: Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Schulzeit?

Pineda: In der Schule hatte ich einen Riesenspaß, wie nie zuvor mit meinen Freunden. Es waren wunderschöne, interessante und auch harte Erfahrungen, die ich erlebte. Aber insgesamt war es eine unglaublich bereichernde Phase meines Lebens. Es gab bessere und schlechtere Tage. Besonders die Pubertät war hart. Die ist aber immer sehr schwierig. Ich selbst konnte damals teils nicht in und mit meiner Haut leben.

WELT ONLINE: Warum fiel Ihre Wahl auf das Lehramtsstudium?

Pineda: Als Kind „pilgerten“ die Ideen, wie ich so sage. Ich wollte mal Anwalt werden, dann Journalist. Ein Professor und Mentor riet mir: „Pablo, Studien sind hart. Es herrscht starke Konkurrenz. Studiere doch Lehramt.“ Das habe mehrere Abschlussvarianten. Ich bereute es keine Sekunde. Ich arbeite sehr gerne mit Kindern. Und ich fühle mich sehr nützlich.

WELT ONLINE: Absolvieren Sie ein fixes Tageslernpensum?

Pineda: Von nichts kommt nichts. Ich lerne etwa sechs, sieben Stunden am Tag. Die Abende halte ich mir frei. Ich bin tagaktiv (lacht) und kein Nachtschwärmer. Und ich lerne immer mit Musik. Seien wir einmal ehrlich, ein Studium ist nicht einfach, und mit Downsyndrom, das mich etwa um 30 Prozent einschränkt, ist es umso schwerer. Für seine Zukunft muss man kämpfen.

WELT ONLINE: Was bringt es mit sich, der erste Uni-Absolvent Europas mit Downsyndrom zu sein?

Pineda: Es ist eine große Verantwortung. Ich weiß, dass es viele Eltern gibt, viele Väter und viele Mütter, die Kinder mit Downsyndrom haben. Sie brauchen jemanden, der ihnen zeigt und sagt: „Dein Kind kann es.“ Dann kommen Medien hinzu, die stets Nachrichtenwertes suchen. Und ich will ja auch einem Teil der Bevölkerung ein Gesicht geben, der so gut wie nie eine Nachricht wert war. Die Medien mögen mich – und sie rufen mich an, bis zu 30 Mal an einem einzigen Tag. Das zehrt schon etwas an mir.


TVE zum Film "Yo también"




WELT ONLINE: Haben Sie bereits Stellenangebote?

Pineda: Noch nicht. Bei der Stadtverwaltung von Málaga käme ich mit der Zulassungsprüfung für den öffentlichen Dienst meinem Ziel, ein fixes Einkommen zu haben, näher. Für meinen Film lebte ich mit einem Kollegen in Sevilla beim Dreh zusammen. Das war der Punkt, an dem ich beschloss, meine eben erfahrene Unabhängigkeit fix zu planen. Wo ich schließlich arbeite, werden wir sehen. Das kann in der Ausbildung sein, in der Berufsorientierung, in der Beratung, wer weiß. Ich bin flexibel.

WELT ONLINE: Was ist Ihrer Meinung nach eine „Behinderung der Gesellschaft“ an sich?

Pineda: Das größte Manko der Gesellschaft ist, das Anderssein nicht verstehen zu können. Aus dem Nichtverstehen heraus etikettiert man. Die „Homosexuellen“, die „Immigranten“, bis hin zu „den Frauen“. Man teilt in Kollektive. Das „andere“, da wissen viele nicht, wie man es behandeln soll. Sie isolieren es, verkindlichen den Umgang mit ihm, oder sie meiden es schlichtweg. Es entstehen Stereotype, Vorurteile, bis hin zu Wörtern wie „Discapacidad“ („nicht fähig sein“), dem spanischen Wort für Behinderungen.

WELT ONLINE: Was wäre für Sie eine sprachliche Alternative? Denn auch das spanische „Minusvalido“ („minderwertig“) ist keineswegs adäquat ?

Pineda: Es ist eine Beleidigung, jemanden „nicht fähig“ oder „behindert“ zu nennen. Warum nicht schlicht und einfach „anders“, „andere Menschen“?

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