Sonntag, 25. Mai 2008

Provecho!

Gerade läuft die Formel 1 Übertragung. Monaco ist an der Reihe. In diesem Moment wird wohl Cabronsito in einem kleinen Restaurante sitzen und Rancheros essen. Zum Frühstück. Auch wohl in demselben, in dem wir vor gefühlt 10 Jaren auch schon saßen. Wo ich eigentlich lieber baden gehen wollte, aber aus Solidarität und Hunger mitgeglotzt habe. Interessant war das Rennen aber trotzdem, da ich mich erinnern konnte, das es das letzte der Saison war und ein glücklicher Cabronsito, da der Kimi, der Räikkönen, aus Finnland, gewann. Den Titel. Ein Unterschied zu damals: Die Cabronsitos haben dieses Mal schönes Wetter. Ich bin ja nicht dabei. Das vermute ich jetzt einfach mal, ohne mir Informationen einzuholen. Letztes Jahr war ja "Kiko" gerade so noch an uns vorbeigerauscht, weshalb man sich eher vorkam wie an der Nordsee.

In Lo de Marcos dürfte es jetzt 6 Uhr morgens sein. Acht Stunden Zeitverschiebung in Nayarit bzgl. der GMT+1.

Mich interessiert die Übertragung herzlich wenig. Hab schließlich keine Chilaquiles. Ein Frühstück, welches ich mir eigentlich immer zwischen die Kiemen gehauen habe, wenn ich die Gelegenheit dazu hatte. Tortillachips (auch Totopos genannt - wobei das, soweit ich weiß eher der Überbegriff für die "Snacks" vor der Mahlzeit ist oder als Magenfüller bei Kneipenbesuchen eingenommen wird), mit einer Tomatensalsa und mit Käse überbacken. Wahlweise mit Creme Fraiche und individueller Verschärfung durch eine feurige Salsita. Und wer's wie ich auch morgens gut brauchen kann, bestellt das ganze mit Pollo. Damit man was zu beißen hat.

Sowas von unkompliziert. Müsste ich eigentlich auch hier hinkriegen. Sollte ich mal Tortillachips finden, die weder gesalzen, noch irgendwie anders gewürzt sind. Und für die Salsita braucht man gescheite Chiles. Von einem Kommilitonen bekam ich eine Samenspende. Während so ein Satz vor gut ein paar Wochen für unglaubliche Aufregung bei einer deutschen Late-Night-Show gesorgt hatte, handelt es sich hierbei lediglich um Habanero-Samen. Für mich die Chiles schlechthin. So, nun mal schauen, was daraus wird.

Sonst kommt man in Alemania so gut wie nicht dazu, wirklich mexikanisches Essen zu präparieren, da einfach die Zutaten fehlen. Das Internet bleibt die letzte Lösung, wo es sogar Maistortillas zu bestellen gibt. Aber zu Preisen (1 kg für ca. 4-5 €) , bei denen mexikanischen Familien ein komplettes Essen zaubern könnten.

Mehr wie Flautas gab's für mich bis jetzt nicht. Bei meinen mexikanischen Kommilitonen, die kiloweise Tortillas mitgebracht hatten. Und sie haben das Beste draus gemacht. Denn schließlich waren nur die Tortillas original-mexikanisch.

In meiner Geburtsstadt Göppingen gibt es ein "mexikanisches" Restaurant. Hämisch grinsend lese ich mir dort immer die Speisekarte durch. Dort wird doch tatsächlich die berühmte schwarze Mole Poblano als Mole Oaxaca deklariert. Eigentlich eine Spezialiät aus Puebla.

Ich fragte mal die Kellnerin nach einem Schälchen Guacamole. "Pur??? Ohne alles???", war die verdutzte Frage. Als ich ihr erklärte, dass ich darin die Tortillachips eintunke, glaubte sie es immer noch nicht. Und eine Guacamole war das bestimmt nicht. Naja. Jedenfalls darf sich dieser "Mexikaner" eigentlich gar nicht so nennen. Frei erfundene Gerichte und Namen, und Speisen, die man vielleicht als Tex-Mex-Küche gerade noch so durchgehen lassen könnte. Auf der einen Seite verstehe ich den Umstand, diese Küche an den deutschen Magen anpassen zu wollen. Aber dazu könnte ich das Restaurant auch in ein usbekisches umtaufen. Aufgrund der Rufschädigung möchte ich als nicht-zertifizierter Kritiker keinen Namen nennen. "Hut" auf Spanisch.

Ich vermisse die einfache, schnelle und trotzdem schmackhafte mexikanische Küche. Das wurde wohl deutlich. Nicht mal Quesadillas sind drin.
Wenn mir jemand Tipps zustecken kann, ich bin dankbar dafür.

In diesem Sinne: PROVECHO!

1 Kommentare:

Thorsten hat gesagt…

Einen Kommentar zu Mole: die schwarze Mole ist tatsächlich die Mole oaxaqueño. Mole poblano ist heller.

 
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