Freitag, 20. Juni 2008

Wie kam Bastian Schweinsteiger eigentlich zu seinem Nachnamen?

Der Basti, der Sweeney, wie ihn mexikanische Fussballreporter liebevoll getauft haben, ist wieder unser aller Held. Wobei wohl eher davon auszugehen ist, dass die mexikanischen Reporter am Versuch scheitern, das Wort "Schweini" richtig auszusprechen, denn dass es sich um eine Uebersetzung handelt. Na, "Piggy" wuerde ja auch wirklich nicht nett klingen, nach den Vorurteilen, die weltweit aufgrund der Verhaltensweisen einer gewissen Miss Muppet herrschen.

Auch in grauen Ortsnamen-Gruenderzeiten war die Vorsilbe be- schon bekannt. Gluecklicherweise verzichteten Bastians Vorfahren auf ihre Verwendung in der Mitte des Namens.
Einen moeglichen Erklaerungsansatz fuer dessen Herkunft bietet der Namensforscher Prof. Jürgen Udolph, ich zitiere das ZDF:

Die Vorfahren von Fußballer Bastian Schweinsteiger kletterten aber keinesfalls gerne auf das Borstenvieh. "Schweinsteige ist ein Ortsname in der Nähe von Rosenheim", erklärt Prof. Udolph: "Es ist also ein Herkunftsname." Herr Schweinsteiger kommt demnach aus Schweinsteige, so wie ein Herr Bonner aus Bonn käme. Und die Schweinsteige wiederum bezeichnet im mittelhochdeutschen den Schweinestall.


Hmmm.
Im mittelhochdeutschen waren Bastians Vorfahren also die Bewohner eines Schweinestalls?
Oder doch eher die Bewohner von Schweinestall?
Wer aber kommt auf den Gedanken, einem Ort einen Namen wie Schweinestall zu verpassen?
Wenn ich darueber nachdenke, welche Eigenschaften den Ort ausgezeichnet haben muessen, in dem sich Bastis Vorfahren seinerzeit ansiedelten (immer unter der Voraussetzung, dass man Herrn Prof. Udolphs Erkenntnissen Glauben schenkt), muss ich eine Form von Schlussfolgerungen ziehen, deren Inhalt mir die Nackenborsten zu Berge stehen lassen.

Bastian Schweinsteiger wurde uebrigens am 1. August 1984 in Kolbermoor geboren. Was aber nichts mehr zur Sache tut.
In Deutschland bestuende natuerlich die Moeglichkeit, dass Basti eines Tages Brandner mit Nachnamen heisst ... in der germany´s-real-next-top-model-Kueche brodelt es, ohne dass Bastian oder Sarah das Feuer unterm Herd schueren, versteht sich .... aber wie wuerde das denn klingen?
Bastian Brandner.
Das waere ja so typisch deutsch wie etwa Asamoah oder Neuville!
Oder Hitzberger - ein Name, den wir wieder den mexikanischen Berichterstattern zu verdanken haben. Der klingt natuerlich in Wirklichkeit so: Hitsberrrgerrrr. Ob die da in ihrer Erinnerung den Ottmar und den Gerhard zusammengeschmissen haben und glauben, in der Mitte gibt es nichts? Wie zum Beispiel ein "ls"? Ob nun "b" oder "p", spielt ja eh keine Rolle.

Jetzt geht es gegen die Tuerken, und da hoeren wir besser auf, mit unserer (egal ob deutsch oder mexikanisch-spanisch verwoehnten Zunge) ueber Namen zu philosophieren.
Wichtig ist, dass wir sie besiegen im Halbfinale.
Und einer der ganz grossen Hoffnungstraeger dabei ist natuerlich unser aller Basti, Schweini oder wie auch immer man ihn nennen mag.
Der Bastian Schweinsteiger halt.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank fuer die Erklaerung. Das bringt mich wieder auf die Frage, die ich schon seit laengerem vor mich herschiebe: Woher kommt denn der Name: "cabronsito" ??? Als ich das hier in Houston eine Mexicanischstaemmige Freundin fragte fiel ihr nur eine Bedeutung ein (leider keine sehr schmeichelnde Uebersetzung!) und ich hatte grosse Probleme sie zu Ueberzeugen das es dann doch eher als "Kumpel" zu verstehen ist. Wuerde doch keiner seinen (uebrigens sehr guten Blog, mir gefallen eigentlich fast alle Beitraege die ich bisher gelesen habe) eigenen Blog mit "Armleuchter" oder schlimmeren betiteln. (Es sei den man moechte mehrarmige Leuchter verkaufen und linked es zu seiner e-bay Seite :-)). Ach ja, was man nicht alles per Zufall im internet findet, wenn man nach was ganz anderm sucht. Ich schaue auf jeden Fall oefters wieder mal bei dir rein, wenn ich darf.
LG Rene.

(renem@bcm.edu)

No Ghosts Here hat gesagt…

Oh, das waere eine lange Geschichte, Rene.
Die zu erzaehlen, und vor allem dieser Tage ... puuhhh!!! ;-)

Einen Leser auf Houston wollte ich schon immer mal haben. Und warum solltest Du nicht wiederkommen duerfen? ;-)

Willkommen und danke fuer den Kommentar.

 
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