Samstag, 21. Februar 2009

Von der Schuld am Leiden eines Unschuldigen

Nun scheint es klar zu sein.
Wir wissen nicht mehr, ob wir vorwärts oder rückwärts oder nach links oder nach rechts oder einfach geradeaus weiter marschieren sollen.
Die verantwortlichen Ärzte für die beiden anstehenden großen Operationen Maximilians widersprechen sich in einer entscheidenden Frage: Welche Operation wird zuerst vorgenommen?

Die für die Colostomie zuständige Doktorin weigert sich schlichtweg, Maximilians Darm wieder zusammenzuflicken, solange sein Herz nicht "repariert" ist. Die Begründung hierfür ist, dass es nicht beim Zusammenflicken bleibt, sondern dass außerdem ein Stück des Darms entfernt werden muss. Eine blutige Angelegenheit, die Max nach Meinung der Frau Doktor nicht überstehen würde, wenn sein Herz nicht 100%-ig in Ordnung ist.

Der Kardiologe seinerseits hält einen Eingriff am Herzen für viel zu gefährlich, wenn zur selben Zeit irgendetwas im Magen-Darm-Bereich nicht im Normalzustand ist. Zu viel Ungeziefer unterwegs. Infektion des Herzens fast garantiert.
Sollte man sich trotzdem entschließen, die Herzoperation zuerst vorzunehmen, wird die Darmoperation mindestens um ein Jahr verschoben werden müssen.

Diese Uneinigkeit zwischen den Ärzten bringt uns als Eltern in die grausame Situation, die Entscheidung treffen zu müssen. Basierend auf den Meinungen beider Seiten.

Was tun?
Noch mehr Ärzte hinzuziehen?
Um das Chaos in unseren Köpfen wahrscheinlich noch zu verschlimmern?
Im Hinterkopf schwirren natürlich auch wieder die Gedanken, die sich um die Organisation und die Finanzierung drehen, herum. Zumindest mit der Organisation wird es diesmal hoffentlich etwas einfacher, da die Cabronsita seit diesem Jahr über eine Unmenge an Urlaubstagen verfügt, die sie hoffentlich so legen kann, dass sie zu den Zeiten der Krankenhausaufenthalte nicht arbeiten muss. Zumindest hat sie dies vorbereitet, so gut es ging.

Und nun doch noch etwas Sarkasmus inmitten dieses nervenaufreibenden Themas, um zumindest ein forciertes Lächeln zu produzieren:
Um meinen Körperumfang und dessen Gewicht brauche ich mir wohl für einige Zeit keine Sorgen zu machen. Während des letzten Krankenhausaufenthalts Maximilians und in den Folgewochen nahm ich etwa 10 kg ab. Ausreichend für den Zustand "normal", der bei mir "schlank" bedeutet. So kann ich mir also heute Abend sicherlich eine große Bierschüttung gönnen, um das ganze Theater zumindest einmal für einen Moment aus meinem Hirn zu spülen, ohne befürchten zu müssen, dass der (vor September 2008 vorhanden gewesene) Bauch sofort wieder anfängt, sich auszudehnen.
Anhand meines eigenen Beispiels kann ich bestätigen:
Stress ist die beste Diät, wenn auch sicherlich nicht die gesündeste.

2 Kommentare:

EB hat gesagt…

Hallo Martin,
ich drücke euch ganz fest die Daumen, damit sich der richtige Weg für Maximilian "auftut".
Alles Gute für den Superhelden und lg an euch alle,
Elisabeth

Familie Martin hat gesagt…

Ohh nöö,

Ich wünsche euch Kraft.
Ihr seid fest in meinen Gedanken.

Liebe Grüsse aus der Schweiz
Nadja

 
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