Dienstag, 17. Februar 2009

Wenn Keuchhusten zum Tod führt - die Impfdiskussion in der Schweiz

Vor wenigen Tagen starb ein kleines Mädchen in der Schweiz, weil ihre Lunge verschiedenen Belastungen einfach nicht mehr standhielt.
Ihre Mutter - eine Mutter, wie man sie sich liebevoller nicht vorstellen kann - informierte uns die ganze Zeit über in ihrem Blog.
Gerade eben fühlte sie sich gezwungen, ihr Blog der großen Öffentlichkeit unzugänglich zu machen.
Denn es ist nicht zu fassen, was man dieser Mutter gerade antut.

Anscheinend durch Titelseitenberichte in zwei kleinen Regionalzeitungen aus der Nähe von Basel ausgelöst, hat sich das Thema mittlerweile auf nationale Ebene hochgeschaukelt. Und wird zum Politikum.
Impfpflicht ja oder nein? - scheint nur ein Zwischenschritt gewesen zu sein, denn bereits jetzt ist die Diskussion auf einer noch höheren und hässlicheren Ebene angelangt und artet aus.
siehe z. Bsp:
°Berner Zeitung
°Tagesschau SF
°BAZ online


So wichtig die Diskussion um die Impfpflicht sein mag, prangere ich doch dieses unsäglich unsensible, antihumane Verhalten mit seiner kompletten Ignoranz des Einzelschicksals - in diesem Fall der Situation im schlimmsten aller Momente, der einer Familie passieren kann - an.

Liebe G., Du kannst wahrscheinlich gar nicht begreifen, was da gerade passiert.
Versuch bitte, sie zu ignorieren.
Sei Dir meiner Solidarität und der unzähliger anderer Leute gewiss!

Montag, 16. Februar 2009

Sagen, was ich will

Ich hab´s satt, liebe Leute!
Papi hat Euch zwar gestern gezeigt, dass ich ganz schön Stimme habe, aber mit den Worten sowie den Silben hapert es noch.
Aber so geht es nicht weiter!
Mich bemerkbar machen, wenn mich etwas stört, ich etwas brauche oder mir etwas weh tut ist ja eine prima Sache und die verschiedenen Abstufungen von leichtem Jammern bis zu lautem Schreien habe ich auch toll gelernt, doch jetzt will ich mehr! Sonst komme ich mir ja vor wie ein Baby!

Also habe ich einfach einmal angefangen, ein paar Sachen auszuprobieren.
Der Erfolg ist geradezu berauschend.

- Wenn mir etwas gefällt oder ich Zustimmung ausdrücken möchte, mache ich genau das, was man von mir erwartet. Ich schüttle vehement-begeistert den Kopf (1 min 05 sec und 1 min 33 sec).

- Wenn ich zu jemandem auf den Arm möchte, hebe ich meine Arme. Wenn ich zu jemandem auf den Arm möchte und auf dem Arm einer anderen Person bin, dann lasse ich mich mich zusätzlich noch einfach nach vorn fallen. Ein Heidenspaß ist immer wieder der Schreck, den ich demjenigen, der mich gerade hält, damit einjage.

- Wenn man mir eine Jacke angezogen, aber die Knöpfe oder den Reißverschluss nicht geschlossen hat und mir zu warm ist, dann lege ich die linke Hand an meine rechte Schulter und ziehe das Ding runter. Dann mache ich dasselbe mit der rechten Hand an der linken Schulter.

- Papi weiß, dass es mir mächtig gut gefällt, wenn er mir ein Tuch oder so etwas auf den Kopf legt. Am besten ist es, wenn es mir die Augen verdeckt. Ich reiße das dann wieder runter und wir lachen uns kaputt. Das funktioniert auch, wenn Papi das Ding auf seinen Kopf legt. Papi weiß aber nie, wann Schluss ist. Soll heißen, er hört auf damit, wenn ich noch weiter machen möchte. Also reiße ich das Ding jetzt nicht nur runter, sondern halte es Papi danach wieder hin, um ihm zu sagen: "Noch einmal bitte!".

- Wenn ich mit meinem neuen Laster spiele, der eine Menge Bausteine auf seiner Ladefläche transportieren kann, dann werfe ich diese Bausteine jetzt nicht mehr wild durch die Landschaft, sondern sauber auf die Ladefläche. Und dann kippe ich alles wieder fein aus, um von vorn anzufangen. Deshalb nennt man meinen Laster auch Kipper.

- Wenn Papi telefoniert, hebe ich eine Hand, damit er weiß, dass ich auch telefonieren will. Was er mich dann auch tun lässt. Ich sage zwar kein Wort, aber ich habe meine helle Freude an dem Unfug, den die Stimme am anderen Ende der Leitung verzapft und lache dementsprechend. Die glauben zwar alle, ich würde nichts hören, aber das stimmt gar nicht.

- Was Mami und Papi nicht so toll zu finden scheinen ist das Symbol für "Ich habe Hunger" in meiner Sprache, was übrigens gleichbedeutend ist mit "Ich mache gerade Popo". Da stecke ich nämlich den Daumen in den Mund und ziehe eine Grimasse. Papi sagt, dass ich Schmerz nicht so empfinde wie viele andere Kinder. Mir macht es nichts aus, aber meine Daumen sehen wirklich nicht so toll aus. "Autokannibalismus" hat Papi das einmal genannt. Damals im Krankenhaus - wo ich wohl bald wieder hin muss - hat man mir deswegen sogar die Hände bandagiert.

- Kennt Ihr den Witz bei dem es um eine zu wechselnde Glühbirne und um die dafür notwendige Quantität an Ostfriesen geht?
Ich helfe ja, wo ich kann. Ich kann sogar noch im Halbschlaf sein, aber wenn ich merke, dass Papi mich morgens anziehen will, dann schiebe ich fein die Arme in die Klamotten, die Ärmel haben und halte meine Füßchen hoch, wenn es um Hosen, Socken und Schuhe geht.
Und wenn es darum geht, sich um die die Wunde an meinem Bauch zu kümmern (eine Angelegenheit, für die man mindestens 6 Hände braucht), dann drehe ich mich immer ganz toll auf selbigen. Besonders große Freude bereite ich Papi damit, wenn er in Eile ist.

Eine ganze Menge mehr solcher Dinge könnte ich Euch erzählen.
Aber ich denke, das Gesagte reicht für die Vermittlung der Idee.
Die kapieren schon, was ich will.
Jetzt bin ich müde und will schlafen.
Hat Papi gerade gesagt.
Also muss ich wohl ein paar Mal von rechts nach links und von links nach rechts über ihn krabbeln, damit er merkt, dass ich noch lange nicht bereit für die Bettruhe bin.
Vielleicht beiße ich ihn auch auch mal schnell in die Schulter.
An eine solche Aussage erinnert er sich immer länger als an andere, weil er dann immer über die farbliche Veränderung an seiner Schulter staunen kann. Am ersten Tag rot, am zweiten lila, am dritten blau, am vierten schwarz.

Na, ich muss dann wohl.
Wünsche Euch allen eine feine Woche!

Bis zum nächsten Mal

Euer Maximilian

Tickets für die Fußball-WM 2010 in Südafrika gewinnen: der Verkauf beginnt am 20. Februar

Sowohl der offizielle Verkauf als auch der mögliche Gewinn von Eintrittskarten für die Fußballweltmeisterschaft im kommenden Jahr und für den Konföderationen-Pokal 2009 startet am 20. Februar, also in wenigen Tagen.
Eine Möglichkeit, Tickets zu bestellen (und auch zu gewinnen) besteht darin, sich per Internet zu bewerben. Direkt bei der FIFA.

Es ist nach den Erfahrungen der letzten Jahre schon fast als erstaunlich zu bezeichnen, dass bei Ebay noch keine Tickets angeboten werden (obwohl selbige noch gar nicht auf dem Markt sind). Mal sehen, wie sich diese Situation am kommenden Wochenende darstellen wird.

Mexiko: Karneval gefeiert - als "Strafe" Kirche geschlossen

Eine zeitgemäße Reaktion der katholischen Kirche wird dieser Tage aus Calnali, einem Dorf etwa 170 Kilometer von Pachuca, Hidalgo, Mexiko enfernt gemeldet.
In Calnali feiern die indígenas (Eingeborene, Indianer ... offizielle Übersetzung) seit Urzeiten ihren Karneval am Montag, Dienstag und Mittwoch der Weihnachtswoche.
Im Dezember 2008 fiel der Mittwoch auf den 24. Dezember, den Heiligen Abend.
Die katholische Ort vor Ort mit ihrem Vertreter, dem Bischof von Huejutla, Salvador Pérez, war nicht damit einverstanden, dass am 24. Dezember gefeiert und getanzt wird, da es sich um einen Tag des Gebets handele und bat - nein, forderte - das Ende des Karnevals für den 23. Dezember.

Die Bewohner ignorierten diese Forderung und hielten an ihren Traditionen fest, was den Herrn Bischof dazu anregte, seinem Vertreter in der Gemeinde, dem Pfarrer Tomás Fernández Vite, zu befehlen, der Gemeinde sämtliche Dienste zu verweigern.
Diese Reaktion kam nicht sofort, sondern trat erst am 3. Februar 2009 in Kraft, allerdings in vollem Umfang. Die Kirche in Calnali ist für unbefristete Zeit schlichtweg geschlossen. Keine Gottesdienste, keine Hochzeiten, keine Kommunionen, keine Beichte, selbst Totenmessen finden nicht statt, weshalb in den ersten Tagen zwei Verstorbene direkt aus ihrem Zuhause auf den Friedhof gebracht werden mussten, wie Gemeindechef Wenceslao Revilla Hernández berichtet.

Revilla Hernández sucht nach einer Lösung dieses Konfliktes und redet davon, im kommenden Jahr (sprich diesem Jahr) "...die Dinge vielleicht so zu machen wie "sie" es wollen ...", allerdings gilt es anzumerken, dass 2009 der 24. Dezember auf einen Donnerstag fällt.

Sonntag, 15. Februar 2009

Mexiko: Rauchverbot ernst genommen in Aguascalientes

Einerseits ist es zum Kaputtlachen.
Andererseits habe ich als Raucher meinen ganz eigenen Blickwinkel auf die Angelegenheit.
Warum sich die mexikanische Regierung im Allgemeinen und die mexikanischen "Dorf"regierungen im Speziellen verpflichtet fühlten, dem internationalen Trend des Rauchverbots an Orten, die üblicherweise von vielen Rauchern aufgesucht werden, zu folgen, sei einmal dahingestellt.
Wie die Realität aussieht, darum soll es hier gehen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Diskotheken und Bars in Aguascalientes auf das Rauchverbot scheißen nicht allzu viel Beachtung verschwenden. Nach wie vor werden Aschenbecher aufgestellt.

Gesetz ist nun aber einmal Gesetz. Und laut Presseberichten wurden im Jahre 2009 bereits 30 Lokale bei der Missachtung des Rauchverbots "ertappt". Eine lächerlich geringe Zahl in einer Stadt, deren Bevölkerungszahl an der Millionengrenze kratzt.

Die Strafe in unserem Fall lautet: Geld.
Und jetzt hat sich der Führer der restauranteros in Aguascalientes zu Wort gemeldet und darum gebeten, die Strafe auszusetzen. Als Begründung gibt er die Weltwirtschaftskrise an, die Mexiko natürlich nicht unverschont lässt. Dann wird es "mexikanisch". Eigentlich müsste das Zitat mit "Lo que pasa es..." eingeleitet werden.

Sie hätten es nicht geschafft, die entsprechenden Trennungen einzurichten.
Sie wären gewillt, dies zu tun.
Aber.
Stammkunden ließen sich nicht ohne Weiteres das Rauchen verbieten.
Bla bla bla ...

Bisher hat keiner der erwischten Lokalitätenbesitzer eine Strafe bezahlt.
Wenn es der Regierung Ernst wäre mit ihrem Anliegen, müssten mindestens 200 Lokale pro Monat "erwischt" werden.

Mit 100%-em Respekt gegenüber jedem Nichtraucher muss ich erwähnen, dass ich (als Raucher) in kein Lokal gehen würde, in dem das Rauchverbot ernst genommen wird. Und noch gibt es eine ganze Menge Leute, die ähnlich (süchtig sind) denken. Was keinesfalls gut zu heißen, aber ein Fakt ist.
Und damit kommen wir zum Kern der Sache.

Ich kann nicht viel tun, außer vor die Tür zu gehen, um meine Zigarette zu rauchen, wenn das Rauchverbot konsequent durchgesetzt werden würde. Das wird es aber nicht. Und dafuer gibt es Gründe. Es wäre Sache der Regierung und ihrer Instrumente, für diese Konsequenz zu sorgen. Was sie nicht tut. Einzig und allein gute "Trinkgelder" a la mexicana für die Kontrollorgane sind momentan der sichtbare Effekt.

Ich bin gespannt - weniger aus Eigeninteresse - wie sich diese Situation weiter entwickelt.

 
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